Grosse Frage
Warum ist es am Äquator heiss?
Am Äquator ist es heiss, weil die Sonnenstrahlen dort das ganze Jahr über fast senkrecht auftreffen und ihre Energie auf eine kleine Fläche bündeln. In der Nähe der Pole treffen dieselben Strahlen in einem flachen Winkel auf, verteilen sich über eine viel grössere Fläche und wärmen den Boden deshalb weniger.
Der Winkel verändert alles
Stell dir vor, du leuchtest mit einer Taschenlampe senkrecht auf einen Tisch: Du bekommst einen kleinen, hellen, gebündelten Lichtkreis. Kippst du die Lampe, sodass der Strahl in einem flachen Winkel auftrifft, verteilt sich dieselbe Lichtmenge über ein langes, schwaches Oval mit grösserer Fläche. Genau so verhält sich Sonnenlicht auf der gekrümmten Erdoberfläche. Am Äquator steht die Sonne fast das ganze Jahr über fast senkrecht am Himmel, sodass ihre Strahlen steil auftreffen und ihre Wärme auf eine kleine Fläche bündeln. Weiter weg vom Äquator trifft dasselbe Sonnenlicht schräg auf, verteilt sich dünner über mehr Boden, weshalb es dort kühler wirkt.
Ein kürzerer Weg durch die Luft
Es gibt einen zweiten Grund, warum es am Äquator heiss ist: den Weg, den das Sonnenlicht durch die Luft zurücklegt. Trifft Sonnenlicht am Äquator fast senkrecht auf, durchquert es die Atmosphäre auf fast dem kürzesten möglichen Weg, sodass relativ wenig seiner Energie unterwegs gestreut oder aufgenommen wird, bevor es den Boden erreicht. Sonnenlicht, das in der Nähe der Pole schräg ankommt, muss eine viel dickere Schicht Atmosphäre durchqueren und seitlich durch mehr Luft, Staub und Wolken reisen, wodurch mehr Energie gestreut und aufgenommen wird, bevor es die Oberfläche erreicht. Beide Effekte zusammen machen die Gebiete am Äquator wärmer.
Ein gleichbleibendes Klima das ganze Jahr
Orte weit vom Äquator entfernt neigen sich der Sonne zu oder von ihr weg, während die Erde um sie kreist, was warme Sommer und kalte Winter erzeugt. Der Äquator neigt sich im Jahresverlauf kaum zur Sonne hin oder von ihr weg, weil er auf der Mittellinie des Planeten liegt, sodass sich die starke, direkte Sonneneinstrahlung von Monat zu Monat kaum verändert. Deshalb bleiben äquatoriale Gebiete wie der Amazonas-Regenwald oder Teile Indonesiens das ganze Jahr über heiss und oft feucht, ohne die grossen Temperaturschwankungen, die Länder weiter nördlich oder südlich zwischen Sommer und Winter erleben.
Probier es selbst
Leuchte an einem sonnigen Tag mit einer Taschenlampe senkrecht auf ein Blatt Papier und zeichne den hellen Fleck nach, kippe die Lampe dann und zeichne den neuen, schwächeren, gestreckten Fleck nach. Vergleiche beide Formen, um genau zu sehen, wie der Winkel dasselbe Licht verteilt.
Fragen, die Kinder stellen
Ist es am Äquator immer heiss?
Fast immer. An den meisten Orten am Äquator bleibt es das ganze Jahr über warm, weil die Sonnenstrahlen dort in jeder Jahreszeit fast senkrecht auftreffen, anders als weiter nördlich oder südlich. Eine Ausnahme sind hohe Berge nahe dem Äquator, wo die Höhe die Luft abkühlt.
Warum wirkt Sonnenlicht in Polnähe schwächer?
Sonnenlicht trifft in Polnähe in einem flachen Winkel auf, sodass sich dieselbe Energiemenge über eine viel grössere Fläche verteilt und zuvor durch mehr Atmosphäre reist. Beide Effekte zusammen schwächen dort die Heizkraft der Sonne.
Gibt es am Äquator Jahreszeiten?
Äquatoriale Gebiete haben im Jahresverlauf nur sehr kleine Temperaturunterschiede, weil sich dieser Teil der Erde kaum zur Sonne hin oder von ihr weg neigt. Viele äquatoriale Orte kennen stattdessen Regen- und Trockenzeiten statt heisser und kalter Jahreszeiten.