Tier · Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina
Grottenolm
Proteus anguinus — so heisst dieses Tier in der Sprache, die Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt benutzen.
Der Grottenolm ist ein blasser, blinder Schwanzlurch, der sein ganzes langes Leben im kalten Wasser tiefer Höhlen Südosteuropas verbringt. Er hat federartige rote Kiemen und kommt jahrelang ohne Nahrung aus.



Bildnachweis: Javier Ábalos Alvarez (CC BY-SA 2.0) · Syrio (CC BY-SA 4.0) · Gzen92 (CC BY-SA 4.0) · Wikimedia Commons
Wo lebt dieses Tier?
Zuhause: Kaltes, dunkles Wasser in Kalksteinhöhlen.
Wild lebt es in diesen Ländern: Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Italien.
Schutzstatus der Weltnaturschutzunion: gefährdet.
Steckbrief
Ausgewachsen: etwa 25 cm lang. Es wiegt etwa 0,02 Kilogramm. Auf dem Speiseplan steht Fleisch.
Die Geschichte dahinter
Tief unter den Karsthügeln Sloweniens, Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas fliesst Wasser durch Spalten und Höhlen, in die nie Tageslicht fällt. Dort lebt der Grottenolm und sonst nirgends. Weil es nichts zu sehen gibt, haben sich seine Augen nicht entwickelt und liegen unter der Haut, doch er findet Beute durch Riechen, Schmecken, feinste Bewegungen im Wasser und sogar über schwache elektrische Felder. Er ist etwa fünfundzwanzig Zentimeter lang, schlank, hat vier kleine Beine und je drei federartige rote Kiemen an den Kopfseiten. Er frisst Höhlenkrebse, Schnecken und Insektenlarven, und wenn nichts mehr da ist, fährt er seinen Körper herunter und übersteht Jahre ohne jede Nahrung. Olme wachsen sehr langsam heran, pflanzen sich etwa alle zehn Jahre fort und können über hundert Jahre alt werden. Früher hielten Menschen die blassen Tiere, die nach Unwettern aus den Höhlen gespült wurden, für Drachenbabys. Heute sind die Höhlen geschützt, denn schmutziges Wasser von den Feldern darüber sickert leicht bis zu ihnen.
Auf dem Globus finden
Grottenolm steht als winzige animierte Figur, die atmet und sich umschaut. Von weit weg ist der Planet nur eine blaue Kugel; die Details erscheinen erst beim Hineinzoomen, und dieses hier taucht auf, sobald du nah genug bist. Auf dem Globus öffnen.
Der Ort liegt genau an seinen echten Koordinaten, nicht ungefähr – dieselben Zahlen, die oben in den Fakten stehen. Wenn du die Ebene für diese Art von Ort ausschaltest, verschwindet er wieder; die Knöpfe dafür sitzen rechts am Rand.
Fragen, die Kinder stellen
Wie findet ein blindes Tier Futter?
Der Grottenolm riecht und schmeckt das Wasser um sich herum und spürt kleinste Wellen über die Haut. Ausserdem nimmt er die schwachen elektrischen Felder wahr, die jedes lebende Tier erzeugt.
Warum ist der Grottenolm so blass?
In völliger Dunkelheit gibt es keine Sonne, vor der man sich schützen müsste, deshalb bildet der Olm kaum Farbe in der Haut. Lebt er ein paar Jahre im Licht, wird sie langsam dunkler.
Warum hiessen Olme Drachenbabys?
Nach starkem Regen spülten Fluten sie manchmal aus den Höhlen in Bäche. Wer die blassen, sich windenden Wesen sah, war überzeugt, unter dem Berg müsse ein Drache wohnen.
Woher diese Zahlen stammen
Alle Zahlen auf dieser Seite wurden vor der Veröffentlichung einzeln gegen öffentliche Nachschlagewerke geprüft. Wo Quellen sich uneinig sind, steht das im Text.
Zuletzt geprüft: