Wobbly Blue MarbleDie Erde, erklärt für neugierige Kinder.

Tier · Venezuela, Kolumbien, Brasilien

Riesenläufer

Scolopendra gigantea — so heisst dieses Tier in der Sprache, die Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt benutzen.

Der Riesenläufer ist der grösste Hundertfüsser der Welt, ein unterarmlanger Jäger, der an Höhlendecken klettert und Fledermäuse aus der Luft pflückt. Er hat einundzwanzig oder dreiundzwanzig Beinpaare, und das vorderste Paar sind Giftklauen.

Wo lebt dieses Tier?

Zuhause: Laubstreu und Höhlen warmer Wälder im Norden Südamerikas.

Wild lebt es in diesen Ländern: Venezuela, Kolumbien, Brasilien, Trinidad und Tobago, Aruba, Curaçao.

Steckbrief

Ausgewachsen: über 30 cm lang, 21 oder 23 Beinpaare. Es wiegt etwa 0,05 Kilogramm. Auf dem Speiseplan steht Fleisch.

Die Geschichte dahinter

Das vorderste Beinpaar eines Hundertfüssers dient nicht zum Laufen. Im Lauf von Jahrmillionen wurde daraus ein Paar gebogener Klauen, die Gift einspritzen, und bei dieser Art sind sie kräftig genug, um Tiere zu halten, die viel schwerer sind als der Jäger selbst. In Höhlen Venezuelas klettern Riesenläufer an die Decke, haken die Hinterbeine ins Gestein und lassen sich ins Dunkle hängen, um vorbeifliegende Fledermäuse zu greifen. Sonst fressen sie grosse Insekten, Spinnen, Frösche, Mäuse und kleine Schlangen, meist nachts, und ertasten alles mit langen Fühlern. Tagsüber bleiben sie unter Holz und Laub, weil ihr Körper in der Sonne rasch Wasser verliert. Ein Biss ist für Menschen sehr schmerzhaft.

Auf dem Globus finden

Der Riesenläufer steht als winzige animierte Figur, die atmet und sich umschaut. Von weit weg ist der Planet nur eine blaue Kugel; die Details erscheinen erst beim Hineinzoomen, und dieses hier taucht auf, sobald du nah genug bist. Auf dem Globus öffnen.

Der Ort liegt genau an seinen echten Koordinaten, nicht ungefähr – dieselben Zahlen, die oben in den Fakten stehen. Wenn du die Ebene für diese Art von Ort ausschaltest, verschwindet er wieder; die Knöpfe dafür sitzen rechts am Rand.

Fragen, die Kinder stellen

Hat ein Hundertfüsser wirklich hundert Beine?

Nein. Diese Art hat 21 oder 23 Paare, also 42 oder 46 Beine. Hundertfüsser haben immer eine ungerade Zahl von Beinpaaren, deshalb kommt keiner je auf genau hundert.

Wie fängt ein Riesenläufer eine Fledermaus?

Er klettert an die Höhlendecke, hakt die Hinterbeine ins Gestein und hängt in die Flugbahn hinein. Fliegt eine Fledermaus vorbei, packt er mit den Giftklauen zu und hält sie mit Muskelkraft fest, nicht mit seinem Gewicht.

Ist ein Riesenläufer für Menschen gefährlich?

Ein Biss ist sehr schmerzhaft und schwillt stark an, gesunde Erwachsene erholen sich aber. Bekannt ist ein Todesfall: 2014 starb in Venezuela ein Kind, das ein Riesenläufer in einer Getränkedose gebissen hatte.

Woher diese Zahlen stammen

Alle Zahlen auf dieser Seite wurden vor der Veröffentlichung einzeln gegen öffentliche Nachschlagewerke geprüft. Wo Quellen sich uneinig sind, steht das im Text.

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