Tier · Frankreich, Spanien, Portugal
Europäischer Aal
Anguilla anguilla — so heisst dieses Tier in der Sprache, die Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt benutzen.
Der Europäische Aal beginnt sein Leben als durchsichtige, blattförmige Larve in der Sargassosee mitten im westlichen Atlantik. Woher er kommt, war eines der ältesten Rätsel der Naturkunde, und ein Teil davon ist bis heute offen.



Bildnachweis: jujurenoult (CC BY 4.0) · jujurenoult (CC BY 4.0) · jujurenoult (CC BY 4.0) · Wikimedia Commons
Wo lebt dieses Tier?
Zuhause: in Flüssen, Seen und Küsten Europas sowie in der offenen Sargassosee.
Wild lebt es in diesen Ländern: Frankreich, Spanien, Portugal, das Vereinigte Königreich, Irland, die Niederlande, Deutschland, Italien.
Schutzstatus der Weltnaturschutzunion: vom Aussterben bedroht.
Steckbrief
Ausgewachsen: 45 bis 100 cm. Es wiegt etwa 1 Kilogramm. Auf dem Speiseplan steht Fleisch.
Die Geschichte dahinter
Die flache, glasige Larve treibt viele Monate mit den Meeresströmungen nach Osten, bis sie als fingerlanger Glasaal die Küsten Europas und Nordafrikas erreicht. Dort wird sie zum Gelbaal, zieht in Flüsse, Seen und Häfen und jagt fünf bis zwanzig Jahre lang nachts nach Würmern, Schnecken, Flusskrebsen und kleinen Fischen. Wenn seine Zeit kommt, färbt sich der Aal silbrig, seine Augen werden gross für das offene Meer, und er macht sich auf einen Weg von mehreren tausend Kilometern zurück zur Sargassosee. Jahrhundertelang konnte niemand sagen, woher Aale kommen, denn in keinem Fluss fand sich je ein Ei oder ein winziger Jungaal; um 1920 löste der dänische Forscher Johannes Schmidt die Frage, indem er aufzeichnete, wo die kleinsten Larven auftauchten. Beobachtet hat das Laichen in freier Natur dennoch nie jemand, und erst 2022 folgten Satellitensender erwachsenen Aalen von den Azoren bis in die Sargassosee. Zugleich ist die Zahl der in Europa ankommenden Glasaale seit den 1970er-Jahren gewaltig gesunken, gebremst von Staudämmen, Verschmutzung, Parasiten und illegalem Handel. Fischtreppen, Umgehungsgerinne und strengere Regeln sollen der Art wieder Raum geben.
Auf dem Globus finden
Europäischer Aal steht als winzige animierte Figur, die atmet und sich umschaut. Von weit weg ist der Planet nur eine blaue Kugel; die Details erscheinen erst beim Hineinzoomen, und dieses hier taucht auf, sobald du nah genug bist. Auf dem Globus öffnen.
Der Ort liegt genau an seinen echten Koordinaten, nicht ungefähr – dieselben Zahlen, die oben in den Fakten stehen. Wenn du die Ebene für diese Art von Ort ausschaltest, verschwindet er wieder; die Knöpfe dafür sitzen rechts am Rand.
Fragen, die Kinder stellen
Wie sieht ein Europäischer Aal aus?
Er hat einen langen, schlangenähnlichen Körper mit kleinem Kopf, einem durchgehenden Saum von Rücken- bis Schwanzflosse und einer Haut, die so glitschig ist, dass man ihn kaum halten kann. Die meisten sind 45 Zentimeter bis einen Meter lang, die Weibchen werden grösser als die Männchen.
Wo laicht der Europäische Aal?
Alles deutet auf die Sargassosee, ein warmes, algenreiches Gebiet im westlichen Atlantik nahe den Bermudas, tausende Kilometer von jedem europäischen Fluss entfernt. Dort wurden immer die kleinsten Larven gefunden, und 2022 liessen sich besenderte erwachsene Aale erstmals bis in dieses Gebiet verfolgen.
Warum ist der Europäische Aal heute so selten?
Die Zahl der jungen Aale, die Europa erreichen, ist seit den 1970er-Jahren um rund neunzig Prozent gefallen, und die IUCN führt die Art als vom Aussterben bedroht. Staudämme und Wehre versperren den Weg flussaufwärts, Feuchtgebiete wurden trockengelegt, und noch immer werden Aale illegal gefangen und gehandelt.
Woher diese Zahlen stammen
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